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Ronaldo-Abgang: Neymar will nicht mehr zu Real

May 23, 2026  Twila Rosenbaum  10 views
Ronaldo-Abgang: Neymar will nicht mehr zu Real

Hintergrund: Der Abgang von Cristiano Ronaldo

Im Sommer 2018 erschütterte eine der größten Transfer-Überraschungen der jüngeren Fußballgeschichte die Sportwelt: Cristiano Ronaldo, der Superstar von Real Madrid, wechselte nach neun Jahren zu Juventus Turin. Der Portugiese, fünfmaliger Weltfußballer und Rekordtorschütze der Königlichen, suchte eine neue Herausforderung und verließ den Klub, den er zu drei aufeinanderfolgenden Champions-League-Titeln geführt hatte. Sein Abgang hinterließ eine riesige Lücke – sowohl sportlich als auch emotional. Real Madrid musste sich nicht nur von einem der größten Spieler aller Zeiten verabschieden, sondern auch dringend einen Nachfolger finden, der die Offensive neu beleben konnte.

Klub-Präsident Florentino Pérez, bekannt für seine Galaktiko-Transfers, setzte sofort alles daran, einen würdigen Ersatz zu verpflichten. Die Liste der Kandidaten war lang, aber ein Name stach besonders hervor: Neymar. Der Brasilianer war zwei Jahre zuvor für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro von Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt und galt als der vielseitigste und talentierteste Angreifer seiner Generation. Pérez träumte davon, Neymar nach Madrid zu holen und damit die Ära nach Ronaldo einzuläuten.

Neymars anfängliches Interesse an Real Madrid

Zunächst schien ein Transfer durchaus realistisch. Neymar hatte schon vor Ronaldos Abgang öffentlich seine Bewunderung für den Portugiesen geäußert. Laut Medienberichten aus Brasilien wollte der 26-jährige Angreifer unbedingt gemeinsam mit Ronaldo für Real Madrid spielen. Er stellte sich vor, an der Seite des damaligen Weltfußballers aufzulaufen, von ihm zu lernen und dann nach dessen Abschied die Führungsrolle zu übernehmen. Die Vorstellung, Teil der legendären weißen Uniform zu sein und im Santiago Bernabéu zu glänzen, reizte Neymar offenbar sehr.

Doch das Blatt wendete sich schlagartig, als Ronaldo tatsächlich ging. Ohne den Portugiesen verlor das Projekt Real Madrid für Neymar an Attraktivität. Der Brasilianer erkannte, dass er dann nicht nur der Star neben einem anderen Superstar wäre, sondern allein im Rampenlicht stehen müsste – und damit die gesamte Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg trüge. Diese Perspektive schien ihn zu verunsichern.

Die Angst vor Fan-Unmut

Der Bericht der brasilianischen Zeitung GloboEsporte enthüllt die tieferen Gründe für Neymars Sinneswandel. Der teuerste Spieler der Welt fürchtet offenbar, dass ihm in Madrid das gleiche Schicksal wie bei Paris Saint-Germain droht: der unumstrittene Superstar eines ehrgeizigen Projekts zu sein und bei Nichterreichen der hochgesteckten Ziele den Unmut der Fans zu spüren zu bekommen. In Paris hatte Neymar trotz seiner spektakulären Ablöse und seiner glanzvollen Momente immer wieder mit Kritik zu kämpfen. Die Mannschaft scheiterte in der Champions League oft überraschend früh, und Neymar selbst wurde Verletzungsanfälligkeit und mangelnde Führungsqualitäten vorgeworfen.

Bei Real Madrid wäre der Druck noch größer. Der Klub ist der erfolgreichste des 21. Jahrhunderts, die Fans sind es gewohnt, Jahr für Jahr um die größten Titel zu kämpfen. Nach Ronaldos Abgang lag die gesamte Hoffnung auf einem neuen Helden – und Neymar wäre dieser Held gewesen. Aber er hätte auch die Messlatte von Ronaldos 450 Toren in 438 Spielen nicht erreichen müssen; vielmehr wäre von ihm erwartet worden, Madrid zu einer ähnlichen Dominanz zu führen. Die Angst, an diesem Anspruch zu zerbrechen und die Kritik von Medien und Fans zu ertragen, ließ Neymar zögern.

Entscheidung für Paris: Verbleib bei PSG

Laut dem Bericht hat sich Neymar inzwischen mit einem Verbleib bei Paris Saint-Germain abgefunden. Ein eindeutiges Zeichen dafür ist die Verpflichtung von Torwart-Ikone Gigi Buffon im Sommer 2018. Der Italiener, einer der besten Torhüter aller Zeiten, wechselte nach 17 Jahren bei Juventus zu PSG. Neymar soll dem Bericht zufolge maßgeblich an dieser Verpflichtung beteiligt gewesen sein – er drängte die Klubführung, Buffon zu holen, weil er in ihm einen erfahrenen Anführer sah, der die Mannschaft stabilisieren und ihn in seiner Rolle unterstützen könnte.

Buffons Verpflichtung symbolisiert Neymars Wunsch, in Paris ein starkes, erfahrenes Team um sich zu haben, das die Last des Erfolgs teilt. Statt nach Madrid zu gehen, wo er die alleinige Verantwortung getragen hätte, setzt er lieber auf ein kollektives Projekt in der französischen Hauptstadt. PSG hatte zuvor bereits mit der Verpflichtung von Kylian Mbappé einen weiteren jungen Superstar geholt, und mit Spielern wie Edinson Cavani, Marco Verratti und Ángel Di María verfügte der Klub ohnehin über ein starkes Gerüst. Neymar sah offenbar bessere Chancen, mit diesem Team die Champions League zu gewinnen, als allein bei Real Madrid.

Weitere Entwicklungen und Auswirkungen

Die Entscheidung Neymars hatte weitreichende Folgen. Real Madrid musste sich nach Alternativen umsehen und verpflichtete schließlich den belgischen Stürmer Eden Hazard von Chelsea – allerdings erst ein Jahr später. Hazard zeigte jedoch nie die erhoffte Form, auch aufgrund von Verletzungen, und konnte die Lücke, die Ronaldo hinterlassen hatte, nie wirklich füllen. Die Königlichen durchlebten eine Phase der Neuorientierung, die erst mit der Rückkehr von Carlo Ancelotti als Trainer und der Verpflichtung von Spielern wie Vinícius Júnior und Rodrygo neue Impulse erhielt.

Für Neymar selbst verlief die Saison 2018/19 durchwachsen. PSG gewann die Ligue 1, scheiterte aber im Achtelfinale der Champions League an Manchester United. Neymar verpasste das entscheidende Rückspiel wegen einer Verletzung – genau das Szenario, das er in Madrid befürchtet hatte, nämlich an Verletzungspech zu scheitern. Die Kritik an ihm wurde lauter, und die Zweifel an seiner Führungsfähigkeit blieben. Dennoch hielt er an seinem Vertrag in Paris fest, der noch bis 2022 lief. In den folgenden Jahren wechselte er nie mehr zu Real Madrid, obwohl immer wieder Gerüchte aufkamen. Sein Stern verblasste etwas im Schatten von Mbappé und Messi, als der Argentinier 2021 zu PSG kam. Neymar blieb ein hochbegabter Spieler, aber der Traum von der Weltherrschaft bei Real Madrid war endgültig geplatzt.

Historischer Kontext: Die Ronaldo-Ära bei Real Madrid

Um Neymars Zögern vollständig zu verstehen, muss man die Bedeutung Cristiano Ronaldos für Real Madrid betrachten. Ronaldo kam 2009 für die damalige Rekordablöse von 94 Millionen Euro von Manchester United und entwickelte sich zur absoluten Identifikationsfigur der modernen Klubgeschichte. In neun Jahren gewann er viermal die Champions League und zweimal die Meisterschaft. Er erzielte unglaubliche 450 Tore in 438 Pflichtspielen – eine Quote, die fast unmöglich zu toppen ist. Sein Ehrgeiz, seine Professionalität und seine Fähigkeit, in entscheidenden Momenten zu liefern, machten ihn zur Legende.

Ronaldo zu ersetzen, war daher nicht nur ein sportliches, sondern auch ein psychologisches Unterfangen. Jeder Spieler, der nach ihm kam, musste sich mit Ronaldos Schatten messen. Neymar, so talentiert er auch ist, hatte diese Bürde in Paris bereits erlebt, wo er als teuerster Spieler der Welt mit den Erwartungen des katarischen Investmentprojekts kämpfte. Bei Real Madrid wäre der Druck noch größer gewesen, denn hier waren die Maßstäbe durch Ronaldos Erfolge noch höher.

Ein interessanter Aspekt ist die Rolle von Trainer Zinédine Zidane. Dieser hatte 2018 nach dem Champions-League-Sieg seinen Rücktritt erklärt, kehrte aber Anfang 2019 zurück. Er war ein großer Befürworter eines Neymar-Transfers und suchte persönlich das Gespräch mit dem Brasilianer. Dennoch ließ sich Neymar nicht umstimmen – ein Zeichen dafür, dass seine Entscheidung weniger gegen Zidane als vielmehr gegen das Gesamtgefüge in Madrid gerichtet war.

Die Rolle von PSG und die Zukunftsaussichten

Paris Saint-Germain tat alles, um Neymar zu halten. Der Klub aus der französischen Hauptstadt, der seit der Übernahme durch Qatar Sports Investments im Jahr 2011 unermüdlich in Stars investiert, wollte Neymar als Aushängeschild des Projekts behalten. Die Mannschaft wurde in den folgenden Jahren kontinuierlich verstärkt, um endlich die Champions League zu gewinnen. Im Jahr 2020 erreichte PSG das Finale, unterlag aber dem FC Bayern München. Neymar war in diesem Turnier einer der besten Spieler, zeigte aber erneut seine Verletzungsanfälligkeit.

Heute, Jahre später, kann man festhalten, dass Neymar wohl nie das erreicht hat, was Ronaldo oder Messi erreicht haben – das ständige Gewinnen der höchsten individuellen und kollektiven Auszeichnungen. Seine Karriere war geprägt von Höhenflügen und Tiefschlägen, von genialen Dribblings und unglücklichen Verletzungen. Die Entscheidung gegen Real Madrid im Jahr 2018 markierte möglicherweise einen Wendepunkt, der seine Entwicklung als Spieler beeinflusste. Hätte er den Schritt gewagt, wäre er vielleicht zum unumstrittenen König des Weltfußballs aufgestiegen – oder an der Last zerbrochen. So blieb er der ewige Zweite hinter den ganz Großen.

Auch für Real Madrid war die verpasste Verpflichtung Neymars eine Zäsur. Der Klub musste andere Wege gehen und fand schließlich in Karim Benzema einen neuen Führungsspieler, der nach Ronaldos Abgang aus dessen Schatten trat und selbst zum Weltklasse-Stürmer avancierte. Die Königlichen gewannen 2022 erneut die Champions League, aber ohne Neymar. Die Ära der Galaktikos war vorbei, der Fokus lag nun auf jungen Talenten und Teamarbeit.

Abschließend lässt sich sagen, dass Neymars plötzlicher Sinneswandel nicht nur ein persönliches, sondern auch ein strategisches Manöver war. Er erkannte, dass der Ruhm bei Real Madrid auch Schattenseiten hatte, und zog es vor, in Paris das Zepter zu schwingen – wenn auch mit weniger internationalem Triumph. Die Geschichte zeigt: Manchmal ist der mutige Schritt der schwierigste, aber Neymar wählte den Weg der Vorsicht, der ihm eine komfortable, wenn auch weniger glanzvolle Karriere bescherte.


Source: Heute News


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