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Real Madrid: Kylian Mbappé kritisiert Trainer Arbeloa

May 23, 2026  Twila Rosenbaum  10 views
Real Madrid: Kylian Mbappé kritisiert Trainer Arbeloa

Frust-Aussagen von Real Madrids Top-Torjäger Kylian Mbappé haben tiefe Risse innerhalb des Teams offenbart. Nach dem 2:0-Heimsieg der Königlichen in der spanischen La Liga gegen Real Oviedo am Donnerstagabend äußerte der Stürmerstar seinen Unmut vor Journalisten: «Ich stand nicht in der Startelf, weil der Trainer sagte, dass ich in seinen Augen nur der vierte Stürmer sei, hinter Mastantuono, Vini und Gonzalo. Das akzeptiere ich.»

Unter lauten Buhrufen hatte der 27-Jährige in der 68. Minute das Feld betreten und elf Minuten später das 2:0 durch Jude Bellingham vorbereitet. In der Kritik steht Mbappé bei den Fans, weil er in der Zeit seines verletzungsbedingten Ausfalls spanischen Medienberichten zufolge mit Schauspielerin Ester Expósito nach Italien gereist war. Der Vorwurf: Mbappé würde seine Genesung nicht ernst nehmen und sich für die anstehende Weltmeisterschaft schonen wollen.

Arbeloa widerspricht Mbappé

«Ich war 100 Prozent fit», sagte der Franzose. «Ich war bereit zu starten, es war seine Entscheidung. Du kannst nicht sauer auf den Trainer sein, du musst immer die Entscheidung des Trainers akzeptieren. Ich werde weiter hart arbeiten und darauf warten, wieder ein Starter zu sein.»

Trainer Álvaro Arbeloa zeigte sich ob der Aussage seines Spieles überrascht: «Ich habe keine vier Stürmer und habe so etwas nicht zu Mbappé gesagt. Er hat mich wahrscheinlich nicht verstanden. Ich weiss wirklich nicht, was ich euch sagen soll.»

Hintergrund der Krise: Interne Spannungen und Disziplinlosigkeit

Die Unstimmigkeiten zwischen Mbappé und Arbeloa sind die jüngsten einer Reihe von Streitereien bei den Königlichen. Erst vor wenigen Tagen verhängte der Club eine Strafe in Höhe von jeweils 500’000 Euro gegen die Mittelfeldspieler Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni. Zwischen den beiden war es zu einer handfesten Auseinandersetzung in der Kabine gekommen, bei der sich Valverde Verletzungen am Kopf zuzog.

Real Madrid durchlebt derzeit eine der schwierigsten Phasen der letzten Jahre. Nach dem Abgang von Karim Benzema und der Verpflichtung von Mbappé im Sommer 2024 waren die Erwartungen hoch. Doch die Saison 2025/26 verlief bisher enttäuschend: In der Liga liegt man hinter dem FC Barcelona und Atlético Madrid zurück, in der Champions League schied man im Viertelfinale gegen den FC Bayern München aus. Trainer Álvaro Arbeloa, der erst im Januar 2026 die Nachfolge von Xabi Alonso antrat, steht zunehmend unter Druck.

Mbappés schwierige Anpassung an Real Madrid

Kylian Mbappé wechselte im Sommer 2024 ablösefrei von Paris Saint-Germain zu Real Madrid – ein Transfer, der jahrelang als der am meisten erwartete Wechsel der Fußballgeschichte galt. Doch die Erwartungen lasten schwer auf den Schultern des Franzosen. In seiner ersten Saison erzielte er 28 Tore in 45 Pflichtspielen, eine beachtliche Quote, aber nicht die überragenden Zahlen, die man von ihm gewohnt ist. In der aktuellen Spielzeit kam er bisher auf 15 Tore in 32 Einsätzen, dazu mehrere Verletzungen, die ihn immer wieder aus dem Rhythmus brachten.

Die öffentliche Kritik an seiner Person hat zugenommen. Fans werfen ihm vor, nicht das letzte Engagement zu zeigen, und seine angebliche Reise nach Italien während einer Verletzungspause hat das Misstrauen weiter geschürt. Mbappé selbst betont stets, dass er seine Genesung ernst nehme, doch die Kommunikation mit dem Trainer scheint gestört. Dass er nun öffentlich die Autorität Arbeloas infrage stellt, könnte das Ende des Trainers einläuten.

José Mourinho vor Rückkehr?

Laut dem Transfer-Journalisten Sacha Tavolieri soll José Mourinho vor der Rückkehr zu Real Madrid stehen. Mourinho steht bis 2027 bei Benfica Lissabon unter Vertrag. Da seine Coaching-Saison in der portugiesischen Hauptstadt jedoch nicht ideal verläuft und Benfica zurzeit nicht auf einem Champions-League-Platz steht, könnte schon ein früherer Wechsel möglich werden. Dann würde er auf Arbeloa folgen, der die Trainerposition erst im Januar von Xabi Alonso übernommen hat.

Tavolieri schreibt, dass Mourinho sich nächste Woche zum Wechsel äussern werde, bisher gibt es jedoch weder vom Club noch von Mourinho selbst eine Bestätigung seiner Rückkehr. Der Portugiese war 2010 bis 2013 Trainer von Real Madrid und führte sie zum Meistertitel 2011/12 sowie zum Copa del Rey-Sieg 2010/11. Sein Verhältnis zu den Stars war damals von intensiver Disziplin geprägt, was sowohl Erfolg als auch Konflikte brachte. Eine erneute Zusammenarbeit mit Mbappé wäre reizvoll, doch auch Mourinho hat einen Ruf als harter Hund, der keine Starallüren duldet.

Historischer Kontext: Real Madrid als Nährboden für Trainer-Dramen

Real Madrid ist bekannt für seine hohe Fluktuation auf der Trainerposition. Seit 2010 haben insgesamt zwölf verschiedene Trainer das Team betreut, darunter Größen wie Carlo Ancelotti, Zinédine Zidane und José Mourinho. Die letzte lange Amtszeit hatte Zidane von 2019 bis 2021, seitdem herrscht Unruhe. Xabi Alonso, der im Sommer 2025 übernahm, konnte sich ebenfalls nicht lange halten – sein System passte nicht zu den Stars, und interne Querelen führten zu seiner Entlassung im Januar. Arbeloa, ein ehemaliger Spieler des Clubs (2009–2016), sollte als Integrationsfigur wirken, doch auch er stößt nun an Grenzen.

Die Kultur bei Real Madrid verlangt nach Erfolg sofort, und die Geduld der Klubführung ist begrenzt. Präsident Florentino Pérez hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass er nicht zögert, Trainer auszutauschen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Die aktuelle Tabellensituation – Platz 3 in La Liga, acht Punkte hinter dem Spitzenreiter FC Barcelona – könnte den Ausschlag geben.

Die Rolle der Medien und der Druck auf Mbappé

Die spanische Sportpresse hat die Situation aufgegriffen und befeuert die Diskussion. Zeitungen wie Marca und AS berichten täglich über die Krise, analysieren jedes Wort von Mbappé und Arbeloa und spekulieren über mögliche Nachfolger. Der Franzose steht dabei besonders im Fokus: Er ist der bestbezahlte Spieler im Kader mit einem Jahresgehalt von rund 50 Millionen Euro netto. Diese Gehaltsextreme erzeugen Erwartungen, die kaum zu erfüllen sind. Hinzu kommt, dass Mbappé als zukünftiger Weltfußballer gehandelt wird – nach den schlechten Leistungen der französischen Nationalmannschaft bei der WM 2026 (Aus im Viertelfinale) lastet zusätzlich Druck auf ihm.

Die Frage, ob Mbappé bei Real Madrid langfristig glücklich wird, ist offen. PSG-Fans hoffen auf eine Rückkehr, aber ein Wechsel wäre im Sommer 2027 möglich, wenn sein Vertrag ausläuft. Real Madrid wird alles daran setzen, ihn zu halten, aber die derzeitigen Spannungen könnten den Ausschlag geben.

Ausblick: Was bedeutet die Krise für die Zukunft?

Die Situation bei Real Madrid ist angespannt. Mbappés öffentliche Kritik an Trainer Arbeloa könnte zu einer sofortigen Reaktion führen – entweder durch ein Gespräch unter vier Augen oder durch eine Entscheidung der Klubführung. Sollte Mourinho tatsächlich kommen, wäre das ein Signal für eine Rückkehr zu harter Hand. Mourinho würde vermutlich klare Hierarchien schaffen und von den Spielern bedingungslosen Gehorsam fordern. Für Mbappé könnte das bedeuten, dass er sich unterordnen muss – oder dass er den Verein verlässt.

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Am kommenden Wochenende spielt Real Madrid im Derby gegen Atlético Madrid, ein Spiel, das über die Zukunft von Arbeloa entscheiden könnte. Sollte die Mannschaft verlieren, könnte die Entlassung bereits nach dem Spiel erfolgen. Die Gerüchte um Mourinho werden anhalten, solange keine klare Entscheidung gefallen ist. Und Mbappé? Er wird weiter kämpfen, aber die Frage bleibt, ob er in Madrid noch die Unterstützung bekommt, die er braucht – oder ob er sich nach neuen Herausforderungen umsieht.


Source: Tages-Anzeiger News


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