Nashville News Post

collapse
Home / Daily News Analysis / 30 Jahre "Mission: Impossible": So reagierte die Welt auf Teil eins der Action-Reihe

30 Jahre "Mission: Impossible": So reagierte die Welt auf Teil eins der Action-Reihe

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  9 views
30 Jahre "Mission: Impossible": So reagierte die Welt auf Teil eins der Action-Reihe

Vor genau 30 Jahren, am 20. Mai 1996, startete „Mission: Impossible“ in den Kinos und markierte den Beginn einer der erfolgreichsten Action-Reihen aller Zeiten. Regisseur Brian De Palma inszenierte den ersten Teil mit Tom Cruise in der Hauptrolle des Ethan Hunt, einem Top-Agenten des Impossible Mission Force (IMF). Der Film basiert lose auf der gleichnamigen Fernsehserie aus den 1960er Jahren, die in Deutschland unter dem Titel „Kobra, übernehmen Sie“ bekannt war.

Die Handlung dreht sich um eine undichte Stelle innerhalb des IMF: Nach einem gescheiterten Einsatz in Prag wird Hunt des Verrats beschuldigt. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er eigenständig ermitteln und dabei nicht nur die CIA, sondern auch seine ehemaligen Kollegen täuschen. Der Höhepunkt des Films ist zweifellos die Sequenz, in der Hunt in das streng gesicherte CIA-Hauptquartier in Langley eindringt, um eine Liste aller US-Spione zu stehlen. Diese Szene, in der er an einem Seil von der Decke herabhängt und keine Geräusche machen darf, gilt als cineastisches Meisterwerk und hat sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

Zurück zur Startseite: Die vielleicht spannendste und schönste Szene aus allen „Mission: Impossible“-Filmen: Top-Agent Ethan Hunt dringt in das CIA-Gebäude ein, um die Liste aller CIA-Spione zu stehlen. Der erste Teil der Reihe kam vor genau 30 Jahren in die Kinos. (Bild: Paramount)

Die Zuschauer reagierten begeistert. Der Film spielte in den USA über 180 Millionen US-Dollar ein, weltweit waren es fast 460 Millionen – bei einem Budget von rund 80 Millionen Dollar. Damit wurde „Mission: Impossible“ zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1996. Die Kinoauslastung war so hoch, dass die Produzenten sofort grünes Licht für eine Fortsetzung gaben. Tom Cruise, der zuvor vor allem durch Dramen und romantische Komödien bekannt geworden war, zeigte in diesem Film erstmals sein Talent für spektakuläre Stunts. Er führte viele der gefährlichen Szenen selbst aus, darunter die berühmte Hängeszene im CIA-Hochsicherheitstrakt, die ursprünglich nur computergeneriert werden sollte, aber von Cruise als realer Stunt umgesetzt wurde.

Die Kritiker waren gespaltener Meinung. Der deutsche „Film-Dienst“ lobte die „differenzierte“ Inszenierung, bemängelte aber eine „unnötig konfuse“ Handlung und nur „vordergründige“ Spannung. Etwas positiver urteilte Michael Althen im „Focus“: Er hob das „doppelbödige Erzählen“ hervor und fand, De Palma zeige, wie man „einer Fernsehformel Filmformat abgewinnt und aus einem alten Konzept modernes Kino macht“. Die CIA-Szene bezeichnete er als „Spannung pur“.

Auch in den USA waren die Reaktionen gemischt. Der einflussreiche Kritiker Roger Ebert gestand seine Verwirrung über die Handlung ein und fragte sich, ob selbst die Drehbuchautoren David Koepp und Robert Towne genau wüssten, worum es gehe. Dennoch empfahl Ebert den Film, da De Palma bewusst den Stil über die Logik stelle. „Würde dieser Film einmal innehalten, um sich selbst zu erklären, würde das sehr lange dauern“, schrieb er. Er lobte die „unerwarteten Wendungen“ und die „nonverbalen Actionsequenzen“ und schloss: „Mission: Impossible ist ein rasanter Film mit so viel Stil, dass die Zuschauer alle Logik- und Verständnisfragen hintanstellen und sich einfach mitreißen lassen.“

Neben Tom Cruise waren Emmanuelle Béart, Jean Reno und Ving Rhames in den Hauptrollen zu sehen. Rhames’ Figur Luther Stickell wurde zu einem der beliebtesten Nebencharaktere der Reihe. Der Film etablierte auch den berühmten Titelsong von Lalo Schifrin, der in jeder Fortsetzung neu interpretiert wurde. Die ikonische Melodie erklingt gleich zu Beginn, als Ethan Hunt auf eine Mission vorbereitet wird, und unterstreicht den Spionage-Thriller-Charakter des Films.

Historisch betrachtet markiert „Mission: Impossible“ einen Wendepunkt im Actionkino der 1990er Jahre. Nach den überzeichneten, oft humorvollen Actionfilmen der 80er Jahre brachte De Palma einen düstereren, technisch präziseren Stil zurück. Die Kameraarbeit von Stephen H. Burum, die Musik von Danny Elfman und das Produktionsdesign von Norman Reynolds schufen eine Atmosphäre der Paranoia und Hochspannung. Der Film beeinflusste nachfolgende Spionagefilme wie die Bourne-Reihe, die ebenfalls auf realistischere Stunts und eine komplexe Handlung setzten.

Tom Cruise‘ Karriere wurde durch diesen Film nachhaltig geprägt. Er übernahm fortan immer riskantere Stunts – vom Klettern auf den Burj Khalifa bis zum Hängen an einem startenden Flugzeug. Ohne den Erfolg des ersten Teils wäre diese Entwicklung kaum denkbar gewesen. Die Reihe wuchs über die Jahre zu einem Franchise mit sieben Filmen, die insgesamt über 3,5 Milliarden Dollar eingespielt haben. Jeder neue Teil erhöhte den Einsatz und die technische Raffinesse der Stunts, aber das ursprüngliche Rezept – eine Mischung aus High-Tech-Spionage, Täuschung und physischer Action – blieb erhalten.

Die Kritik an der unübersichtlichen Handlung des ersten Films ist teilweise berechtigt: Die Drehbuchautoren webten ein Netz aus doppelten Identitäten, versteckten Verrätern und falschen Fährten, das nicht immer logisch zusammenhält. Doch genau diese Komplexität wurde zum Markenzeichen der Reihe. In späteren Fortsetzungen wurde die Handlung klarer strukturiert, der Grundstein für den typischen „Mission: Impossible“-Twist war jedoch bereits gelegt: Nichts ist, wie es scheint, und jeder kann ein Verräter sein.

Ein weiterer Aspekt, der den ersten Film auszeichnet, ist die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Danny Elfman, der den Soundtrack mit orchestralen Passagen und elektronischen Elementen untermalte. Die Titelmelodie wurde später in den Fortsetzungen variiert, aber Elfmans Beitrag zur Atmosphäre darf nicht unterschätzt werden. Die Sequenz im CIA-Gebäude zum Beispiel lebt fast ausschließlich von der Spannung, die durch die Musik und die Geräuschkulisse erzeugt wird.

Das Budget von 80 Millionen Dollar war für die damalige Zeit beachtlich. Ein großer Teil floss in aufwändige Setbauten und Spezialeffekte. Die Londoner Underwater-Studioaufnahmen für die Eröffnungsszene zeigten bereits den Ehrgeiz des Teams. Brian De Palma, bekannt für seine stilisierten Thriller wie „Scarface“ oder „The Untouchables“, brachte sein Gespür für visuelle Erzählungen ein. Jede Einstellung ist sorgfältig komponiert, die Kamerafahrten und Schnitte erzeugen eine unheilvolle Dringlichkeit.

Die Schauspielerriege ergänzte Cruise perfekt: Emmanuelle Béart als undurchsichtige Claire, Jean Reno als fähiger, aber zurückhaltender Franzose Franz Krieger, und Ving Rhames als genialer Hacker Luther. Jede Figur trägt zur Spannung bei, weil sie bis zum Schluss nicht eindeutig als Freund oder Feind identifiziert werden kann. Die vielzitierte „Familienszene“ im Zugrestaurant, in der die Gruppe sich gegenseitig misstraut, ist ein Paradebeispiel für De Palmas Fähigkeit, Misstrauen filmisch darzustellen.

Interessanterweise wurde der Film in Deutschland unter dem Titel „Mission: Impossible“ veröffentlicht, ohne den Zusatz der Serie. Das lag wohl daran, dass die Serie „Kobra, übernehmen Sie“ hierzulande weniger bekannt war als in den USA. Dennoch fand der Film ein großes Publikum. Die deutsche Synchronisation mit Cruise‘ gewohnter Stimme von Patrick Winczewski trug zur Popularität bei.

Rückblickend lässt sich sagen, dass „Mission: Impossible“ den Nerv der Zeit traf. Mitte der 90er Jahre suchte das Kino nach neuen Helden und neuen Erzählformen. Tom Cruise verkörperte einen modernen Geheimagenten, der nicht unbesiegbar scheint, sondern durch Cleverness und körperliche Leistung beeindruckt. Die Kombination aus traditioneller Spionage und spektakulären Stunts war ein Erfolgsrezept. Heute, 30 Jahre später, ist die Reihe ein festes Kinophänomen. Jeder neue Film wird als Ereignis begleitet, die Stunts werden in den Medien angekündigt, und Tom Cruise ist zum ultimativen Actionstar avanciert.

Der erste Teil bleibt für viele Fans der beste. Die rohe Energie, die kompakte Handlung und die Unberechenbarkeit der Figuren haben eine Anziehungskraft, die in späteren, noch opulenteren Fortsetzungen manchmal fehlt. Die Szene im CIA-Gebäude ist nicht nur aus technischer Sicht beeindruckend, sondern auch ein Symbol für den Geist der gesamten Reihe: Ein Mann gegen ein System, der mit Geschick und Mut das Unmögliche möglich macht.


Source: Yahoo News News


Share:

Your experience on this site will be improved by allowing cookies Cookie Policy