Superstar Lionel Messi präsentiert sich vier Wochen vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada weiter in glänzender Form. In der nordamerikanischen Fußball-Profiliga MLS führte der Argentinier Inter Miami zu einem 5:3 (1:1) gegen Cincinnati und steuerte dabei vier Torbeteiligungen bei. Die ersten beiden Treffer des Meisters erzielte der achtmalige Weltfußballer selbst (24., 55.), außerdem legte er das Tor von Mateo Silvetti (79.) auf und zwang Torhüter Roman Celentano zu einem Eigentor (89.).
Messi hatte den Pfosten getroffen, ehe der Keeper den Ball mit dem Rücken ins eigene Tor lenkte. Außerdem steuerte der mexikanische Nationalspieler German Berterame (84.) in einer spektakulären Partie einen Treffer bei. Der 38 Jahre alte Messi führt die Scorerliste der Liga nach zwölf Partien mit elf Toren und fünf Vorlagen an, allein in den vergangenen drei Partien gelangen ihm vier Treffer und fünf Assists.
Thomas Müller erlebte als Joker ein erfolgreiches Comeback. Müller kam nach gut zweiwöchiger Pause wegen Krankheit in der 84. Minute für Vancouver in die Partie und brachte den 3:2-Vorsprung gegen Dallas mit über die Zeit. Marco Reus durfte für Los Angeles Galaxy von Beginn an ran, konnte die 1:3-Niederlage gegen Kansas City in seinen 77 Einsatzminuten aber nicht verhindern. Timo Werner fehlte San Jose beim 2:3 gegen Seattle weiter verletzungsbedingt.
Die MLS erlebt in dieser Saison einen bemerkenswerten Aufschwung, nicht zuletzt durch die Ankunft von Weltstars wie Messi, Müller und Reus. Während Messi mit Inter Miami um die Playoffs kämpft, zeigt Müller, dass er auch mit 35 Jahren noch eine wertvolle Option für Vancouver ist. Seine Erfahrung und Übersicht halfen dem Team, in der Schlussphase die Führung zu verteidigen. Müller, der in der Bundesliga und Champions League über 700 Pflichtspiele absolvierte, feierte in der MLS seinen 25. Einsatz für die Whitecaps und zeigte, dass er auch in Nordamerika noch Akzente setzen kann.
Lionel Messi hingegen hat die MLS im Sturm erobert. Seit seinem Wechsel zu Inter Miami im Juli 2023 hat er nicht nur die Zuschauerzahlen in den Stadien vervielfacht, sondern auch die sportliche Qualität der Liga maßgeblich beeinflusst. Mit 11 Toren und 5 Vorlagen in nur 12 Spielen führt er die Scorerliste mit großem Abstand an. Seine Dribblings, Pässe und Abschlüsse sind selbst für MLS-Verhältnisse außergewöhnlich. Das 5:3 gegen Cincinnati war ein weiteres Beispiel seiner Dominanz: Zwei Tore, eine Vorlage und ein herausgeholtes Eigentor zeigen, dass Messi auch mit 38 noch zu den besten Spielern der Welt gehört.
Die Partie gegen Cincinnati war hochspannend. Cincinnati hatte durch einen frühen Treffer von Luciano Acosta (8.) in Führung gelegt, bevor Messi in der 24. Minute mit einem sehenswerten Schlenzer ausglich. Nach der Pause legte er mit einem platzierten Flachschuss nach (55.), ehe Cincinnati durch einen Doppelschlag von Brandon Vazquez (62.) und Yuya Kubo (67.) die Partie erneut drehte. Doch dann zeigte Messi seine Klasse: In der 79. Minute bediente er den jungen Mateo Silvetti mustergültig, der zum 3:3 einschob. Fünf Minuten später traf German Berterame per Kopf zur Führung. Den Schlusspunkt setzte Messi, dessen Schuss an den Pfosten von Celentano unglücklich ins eigene Tor gelenkt wurde.
Thomas Müller erlebte einen deutlich ruhigeren Abend. Sein Team Vancouver führte gegen Dallas bereits mit 3:1, ehe die Gäste auf 3:2 verkürzten. Doch Müller, der kurz vor Schluss eingewechselt wurde, half mit cleverem Stellungsspiel und Ballhalten, den Sieg über die Zeit zu retten. Es war ein wichtiger Erfolg für Vancouver im Kampf um die Playoff-Plätze. Müller hatte sich im Training eine leichte Erkrankung eingefangen und verpasste daher die letzten beiden Spiele. Dass er nun direkt wieder eine Rolle spielen konnte, freute auch Trainer Vanni Sartini: „Thomas bringt uns eine Ruhe und Erfahrung, die in engen Spielen Gold wert ist.“
Marco Reus hingegen erlebte einen frustrierenden Abend. Der deutsche Nationalspieler, der 2020 von Borussia Dortmund zu LA Galaxy wechselte, stand gegen Kansas City in der Startelf. Doch Galaxy fand kaum ins Spiel und lag schnell mit 0:2 hinten. Ein Anschlusstreffer von Javier Hernández (51.) brachte kurz Hoffnung, doch Kansas City stellte durch einen Konter den alten Abstand wieder her. Reus, der 77 Minuten auf dem Platz stand, blieb ohne Torbeteiligung. Galaxy rutschte durch die Niederlage auf Platz 9 der Western Conference ab – der Playoff-Einzug ist gefährdet.
Timo Werner fehlte San Jose erneut verletzt. Der Stürmer, der 2022 von Chelsea nach San Jose gewechselt war, laboriert an einer Wadenverletzung und konnte daher beim 2:3 gegen Seattle nicht mitwirken. San Jose liegt derzeit auf Platz 12 der Western Conference und hat kaum noch Chancen auf die Playoffs. Werners Abwesenheit ist ein herber Verlust, denn mit seinen Schnelligkeit und Torgefahr wäre er in der Offensive eine wichtige Waffe gewesen.
Die MLS-Saison 2024 nähert sich ihrem Höhepunkt. Während Mannschaften wie Inter Miami und Vancouver um die Playoff-Plätze kämpfen, haben andere wie San Jose bereits alle Hoffnungen begraben müssen. Der Einfluss von Stars wie Messi, Müller und Reus ist jedoch unübersehbar: Sie ziehen nicht nur Zuschauer an, sondern heben auch das Niveau der gesamten Liga. Messi ist mit Abstand der dominierende Spieler, doch auch Müller und Reus zeigen, dass sie selbst mit fortgeschrittenem Alter noch entscheidende Akzente setzen können.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Inter Miami mit Messi tatsächlich den MLS Cup gewinnen kann. Das Team ist derzeit Dritter in der Eastern Conference und hat – dank Messi – die beste Offensive der Liga. Aber auch defensiv gibt es noch Schwächen, wie das 3:3 gegen Cincinnati zeigte. Müller und Vancouver kämpfen derweil um den Einzug in die Playoffs – ein Erfolg, der für den deutschen Routinier ein krönender Abschluss seiner Karriere in Nordamerika wäre. Reus hingegen muss mit Galaxy zittern, denn die Konkurrenz in der Western Conference ist enorm.
Neben den deutschen Stars sind auch andere internationale Spieler in der MLS aktiv. Ex-Bayern-Star Julian Green spielt für Orlando City, während Mario Gomez – inzwischen zurückgetreten – einst für Chicago Fire auflief. Die MLS entwickelt sich immer mehr zu einer Liga für erfahrene Europäer, die ihre Karriere ausklingen lassen, aber auch für junge Talente aus Südamerika, die den Sprung nach Europa schaffen wollen. Messi ist das prominenteste Beispiel für diese Entwicklung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 30. Spieltag der MLS einmal mehr die Klasse der deutschen und argentinischen Stars unter Beweis stellte. Messi ist der unangefochtene Superstar, der die Liga mit seinen Leistungen dominiert. Müller bewies, dass er auch als Joker einen Unterschied machen kann. Reus dagegen durchlebte einen Abend zum Vergessen, während Werner weiterhin verletzt zuschauen muss. Die Playoffs rücken näher – und die Spannung steigt.
Source: Yahoo News News